Warum man den Doolhof erlaufen sollte
Der Dijk ist das fotogene Volendam, das die meisten Besucher sehen. Der Doolhof – wörtlich „Labyrinth“ – ist das Dorf, das dahinter lebte. Es ist ein enges Raster schmaler Straßen und niedriger Backsteinhäuser, größtenteils Wohngebiet, mit einer Handvoll kleiner Geschäfte und Cafés, die von Einheimischen genutzt werden. Reisegruppen kommen nicht hierher; selbst zur geschäftigsten Stunde am Hafen haben Sie oft ganze Straßen für sich allein.
Der nachfolgende Spaziergang dauert etwa 45 Minuten, umfasst rund 1,5 km auf Kopfsteinpflaster und Backsteinbelag und endet wieder am Dijk. Keine Treppen, aber die Oberflächen sind uneben – flache Schuhe empfohlen.
Wie man ihn erläuft
Die Straßen im Doolhof sind kurz und nahezu identisch, was ihn genau zu einem Labyrinth macht. Versuchen Sie nicht, sich die Route einzuprägen – wenn Sie die Orientierung verlieren, gehen Sie in Richtung eines Möwengeschreis oder Kirchengeläuts, und Sie kommen entweder am Dijk oder an der Kirche heraus. Das ganze Viertel ist etwa 300 m im Quadrat.
Die sechs Stationen
1. Start: oberes Ende der Zeestraat am Dijk
Gehen Sie vom Hafen aus einen Block landeinwärts auf der Zeestraat. Das Volendams Museum liegt zu Ihrer Rechten; überqueren Sie die Straße und betreten Sie den Doolhof über die Meerzijde oder Achterdijk. Sie merken, dass Sie die Grenze überschritten haben, wenn die Häuser plötzlich enger zusammenrücken und der Lärm nachlässt.
2. Achterdijk & Meerzijde
Die beiden Straßen, die parallel zum Hafen verlaufen, einen Block dahinter. Die Häuser hier sind Fischerhütten aus dem 19. Jahrhundert: niedrige Haustüren, eingeschossig mit einem steilen Ziegeldach, oft mit einer Vortreppe, auf der die Bewohner im Sommer noch draußen sitzen. Achten Sie auf die geschnitzten Hausschilder über den Türen – viele sind noch original von den Familien, die dort wohnten.
3. Die Vincentiuskerk (St.-Vinzenz-Kirche)
Die neugotische katholische Kirche am Kerkepad, erbaut 1860. Volendam war historisch katholisch in einer protestantischen Region – die Identität des Dorfes ist noch immer mit der Kirche und ihrem Kalender verbunden. Das Innere ist tagsüber geöffnet; der Eintritt ist frei. Der Glockenturm ist das höchste Bauwerk des Dorfes und ein nützlicher Orientierungspunkt, wenn Sie die Orientierung verlieren.
4. Der eigentliche Doolhof
Das Geflecht aus Straßen unmittelbar südöstlich der Kirche – Doolhof, Klimop, Hyacintenstraat, Kruisstraat – ist der dichteste Teil. Die Straßen sind kaum 3 Meter breit. Mehrere Häuser haben blumengefüllte Vorgärten oder Topfpflanzen auf der Türschwelle; dies ist die lokale Tradition des „Stolzes auf den Ort“, die jeden Sommer informell beurteilt wird. Gehen Sie langsam; viele der interessantesten Details (geschnitzte Giebel, bemalte Fensterläden, kleine Schreine) befinden sich auf Augenhöhe.
5. Lokale Geschäfte und ein Kaffeestopp
Rund um die Kirche und am Kerkepad finden Sie eine kleine Bäckerei, eine Metzgerei und ein oder zwei von Bewohnern genutzte Kaffeeorte – die Preise liegen merklich unter denen am Hafen. Wenn ein Lokal so aussieht, als bediene es vorwiegend Einheimische (Niederländisch auf der Speisekarte, kein fünfsprachiges Schild), dann ist es das richtige.
6. Zurück zum Dijk über die Slobbeland
Gehen Sie die Slobbeland südwärts zum Hafen hinunter. Sie kommen in der Nähe von Smit-Bokkum heraus, dem Räucheraal-Geschäft, das seit 1856 in Betrieb ist. Von hier sind Sie zurück am Dijk und können den Halbtages-Reiseplan beim Essensstopp aufnehmen.
Praktische Hinweise
- Seien Sie leise. Der Doolhof ist Wohngebiet – sprechen Sie gedämpft, fotografieren Sie nicht durch offene Fenster und treten Sie für Bewohner und Fahrräder zur Seite.
- Kopfsteinpflaster. Absätze sind eine schlechte Idee. Kinderwagen und Rollstühle funktionieren, aber es ist holprig.
- Keine öffentlichen Toiletten. Nutzen Sie die Einrichtungen am Dijk davor und danach.
- Regen hilft. Leichter Nieselregen vertreibt den meisten Fußgängerverkehr, und die Backsteinstraßen sehen nass wunderschön auf Fotos aus.
- Bestes Licht: tiefe Sonne am späten Nachmittag – der warme Backstein erwacht zur goldenen Stunde zum Leben.