Warum das ideales Radland ist
Wer irgendwo in den Niederlanden Rad fahren möchte, sollte in der Waterland-Region nördlich von Amsterdam damit beginnen – einem der besten Ausgangspunkte überhaupt. Das Land ist völlig flach – dies ist Polder- und Deichland auf Gewonnener-Erde – und durchzogen von ausgewiesenen, asphaltierten Radwegen (Fietspaden), die physisch vom Autoverkehr getrennt sind. Man kann stundenlang fahren und teilt den Asphalt kaum mit einem Fahrzeug.
Die Niederlande machen die Navigation mit dem Knooppunten-Netz (nummerierte Knotenpunkte) fast narrensicher. Im ganzen Land erhalten Fahrradknotenpunkte Nummern, die auf kleinen grün-weißen Schildern angezeigt werden. Eine Tour plant man als Folge von Nummern – zum Beispiel 56 → 12 → 9 → 4 – und an jedem Knotenpunkt zeigt ein Schild den Weg zur nächsten Nummer. Die Reihenfolge auf Papier oder Handy notieren, und man braucht keine detaillierte Karte. Das ist das Nützlichste, das man vor dem Abfahren lernen kann.
Fahrrad mieten
Verleih am Hafen
Sowohl normale Fahrräder als auch E-Bikes sind in der Nähe des Hafens in Volendam erhältlich. E-Bikes lohnen sich besonders für die längeren Deichrouten oder bei starkem Gegenwind. Verleiher stellen in der Regel ein Schloss bereit, und viele können Kindersitze montieren – Verfügbarkeit und aktuelle Tagespreise direkt beim Verleiher erfragen und im Hochsommer im Voraus buchen.
OV-Fiets ab dem Bahnhof
Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, findet nationale OV-Fiets-Mietfahrräder an vielen Bahnhöfen (Amsterdam, Purmerend und andere) zu einer pauschalen Tagesgebühr – gegen ein niederländisches Nahverkehrskonto (OV). Sie sind eine günstige, praktische Möglichkeit, dort ein Rad zu bekommen, wo man ankommt – die nächsten Bahnhöfe sind allerdings eine Busfahrt von Volendam entfernt.
Vier Routenideen
Die unten genannten Entfernungen sind Näherungswerte und, wenn nicht anders angegeben, einfache Strecken. Alle sind flach. Mit Knooppunt-Nummern lassen sich Kombinationen und eigene Runden erstellen.
| Route | Ca. Entfernung | Gut für |
|---|---|---|
| Volendam – Marken (Dammweg) | ~10 km einfach | Leuchtturm, Holzdorf, Fähre zurück |
| Waterland-Runde (Monnickendam & Broek) | ~30–40 km Runde | Ein richtiger halber Tag mit klassischen Dörfern |
| Volendam – Edam (Deich) | ~3–4 km einfach | Familien, eine kurze flache Aufwärmtour |
| Langer Markermeer-Deichritt | ~40–60 km+ | Weitsicht-Distanzfahren unter weitem Himmel |
a) Volendam → Marken über den Dammweg
Eine der lohnendsten Kurztouren des Landes. Nach Süden fahren und der Radroute über den langen Dammweg zur ehemaligen Insel Marken folgen, mit dem Markermeer auf beiden Seiten. Am Ende wartet das Holzdorf und der gedrungene grün-weiße Marken-Leuchtturm (Het Paard) auf der Landspitze. Hin und zurück radeln oder – viel schöner – eine Strecke fahren und mit der Fähre mit dem Fahrrad zurück nach Volendam übersetzen. Informationen zum Mitnehmen von Fahrrädern finden Sie im Fährführer.
b) Die klassische Waterland-Runde
Die Paraderunde der Region. Eine Schleife von rund 30–40 km verbindet Volendam mit der Hafenstadt Monnickendam und dem berühmten Holzdorf Broek in Waterland, führt durch Polder, an Weideflächen, Zugbrücken und Wasserläufen vorbei. Mit Knooppunten planen, um sie am Tag je nach Laune zu verkürzen oder zu verlängern. Das ist die Route, wenn man einen halben Tag hat und sehen möchte, was Waterland so besonders macht.
c) Volendam → Edam am Deich entlang
Der einfachste Ausflug von allen: eine flache Strecke von 3–4 km nördlich am Deich zur historischen Käsestadt Edam, mit Wasser auf einer und Wiesen auf der anderen Seite. Sie ist kurz, sicher und malerisch – ideal für Familien oder als sanfte erste Radtour. Edams gepflasterte Innenstadt, Kanäle und Käsemarkt belohnen den kleinen Aufwand. Mehr zu Edam.
d) Der lange Markermeer-/IJsselmeer-Deichritt
Für ausdauernde Fahrer: so weit dem Deich folgen, wie man möchte – 40, 50, 60 km oder mehr –, das offene Wasser auf einer Seite die ganze Zeit. Der Weg ist flach und unterbrechungsfrei, die Aussichten sind weit, und die einzige echte Herausforderung ist der Wind. Ein E-Bike macht aus einer ernsthaften Tour eine entspannte Kreuzfahrt. Umkehren oder es zur Abwechslung mit einer Schleife durch die Binnenpolder verbinden.
Praktische Tipps & Verhaltensregeln im Straßenverkehr
Die Nummern nutzen
Die Tour als Liste von Knooppunt-Nummern planen und den grünen Schildern folgen. Es ist weit einfacher als eine Karte und ermöglicht spontane Schleifen.
Fahrräder auf der Fähre
Die Marken-Fähre nimmt Fahrräder mit – so kann man hinradeln und zurückschippern. Kapazität und eventlichen Fahrrad-Aufpreis am Tag vor Ort erfragen – dazu den Fährführer lesen.
Auf den Wind achten
Mit dem Wind herausfahren und mit ihm nach Hause. Auf exponierten Deichabschnitten rettet ein E-Bike oder ein kleinerer Gang den Tag.
Rechts halten
Rechts fahren, links überholen und Abbiegevorgänge mit dem Arm ankündigen. Einheimische fahren schnell und pendeln auf diesen Wegen – die Spur halten.
Klingel & Beleuchtung
Eine Klingel gehört zum normalen Umgang; funktionierende Lichter sind nach Einbruch der Dunkelheit gesetzlich vorgeschrieben. Mietfahrräder sollten beides haben – vor der Abfahrt prüfen.
Radschilder
Runde blaue Schilder mit einem weißen Fahrrad kennzeichnen vorgeschriebene Radwege. Wo Wege und Straßen sich kreuzen, entsprechend den Schildern und Markierungen Vorfahrt gewähren.